Marktentwicklung aus unserer Sicht – November 2023

Das Zinsniveau scheint seinen Höhepunkt überschritten zu haben und weitere Zinserhöhungen der Zentralbanken werden immer unwahrscheinlicher.

Die Anleihenmärkte verzeichneten im November einen deutlichen Anstieg, da die Aussicht auf weitere Zinserhöhungen durch die Zentralbanken abnahm. Das Tempo der Geldentwertung hat sich zuletzt verlangsamt, so dass die Notenbanken in einen abwartenden Modus übergegangen sind.

Die Inflationsrate im Euroraum lag im November bei 2,4 %. Vor allem sinkende Energiepreise haben die Inflationsraten gedämpft, während Nahrungsmittel und Dienstleistungen weiterhin unter Aufwärtsdruck stehen. Während sich die US-Konjunktur überraschend robust zeigt, befindet sich Europa in einer Rezession. Einige Optimisten schließen daraus, dass die Zinsen in Europa im nächsten Jahr als erstes sinken könnten. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die USA traditionell als Vorreiter und Leitmarkt für die Zinsentwicklung gelten. Gleichzeitig muss die Eurozone darauf achten, dass eine zu rasche Senkung der Leitzinsen nicht zu einer weiteren Schwächung des Euro führt, da dies zu einer importierten Inflation, insbesondere im Energiesektor, führen würde.

Für Zinsanleger hat die beschriebene Wende den erfreulichen Effekt, dass sich die Renditen bestehender Rentenanlagen verbessern. Nach dem Crashjahr 2022 zeichnet sich für 2023 eine Rückkehr zu positiven Renditen ab, wenn auch auf bescheidenem Niveau. Der REX-Index, der die Entwicklung eines Portfolios deutscher Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeiten misst, weist nach elf Monaten ein Plus von 1,6 Prozent auf. Dies zeigt aber auch, dass mit deutschen Staatsanleihen im Jahr 2023 kein realer Vermögenserhalt möglich war. Der Blick auf das Jahr 2024 stimmt wenig optimistisch. Zehnjährige deutsche Staatsanleihen bieten derzeit eine Rendite von rund 2,4 %. Ob die Inflationsrate im kommenden Jahr unter diesen Wert fallen wird, ist laut Europäischer Zentralbank fraglich.

Auch unter anderen Gesichtspunkten erscheinen deutsche Staatsanleihen unattraktiv. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das sich aus der Division von 100 durch die aktuelle Rendite ergibt, liegt bei ca. 41. Im Vergleich dazu liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des DAX-Index mit ca. 11 deutlich niedriger. Auch die Dividendenrendite der DAX-Aktien liegt mit 3,5 % deutlich über der Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen. Die Hauptprofiteure einer möglichen Zinswende dürften daher eher auf der Aktien- als auf der Rentenseite zu finden sein. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass in den kommenden Monaten mit einem hohen Angebot an neuen Staatsanleihen zu rechnen ist, da die Staatsverschuldung überall, auch in Deutschland, steigt, während das Angebot an verfügbaren und neuen Aktien tendenziell abnimmt. Dies liegt nicht zuletzt an den zahlreichen Aktienrückkäufen börsennotierter Unternehmen, deren Zahl durch Übernahmen und Delistings seit Jahren sinkt. Gleichzeitig war die Zahl der Neuemissionen in den letzten Jahren eher gering.

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